17.05.2012 – Fische dürfen raus und erste Ernte

radieschen_waage

Bisher hatte ich in der Anlage nur ausgesät. Kohlrabi, Salat, Paprika, etc., die Fische waren bisher noch in der warmen Wohnung, aber jetzt nach den Eisheiligen konnte ich endlich den vollen Besatz in die Aquaponikanlage setzen.

Endlich ist die Aquaponik-Saison voll und ganz eröffnet, mit Fischen und Pflanzen, so viele in die Anlage passen. Wie auch im letzten Jahr, habe ich zuerst die „Eisheiligen“ abwarten wollen, bevor ich die Fische in die Anlage setze, um möglicherweise anfallende Heizkosten zu vermeiden. Um die Anlage anzufahren hatte ich bereits das Altwasser der Aquarien vom Wasserwechsel in die Anlage gegeben, während die Saat in der Anlage keimte. Ich habe auch absichtlich auf ein Frühbeet verzichtet und die Samen direkt in die Anlage gestreut und mit der Hand oberflächlich leicht den Kies bewegt, so dass die Samen bedeckt waren.

Die Vereinzelung ist im Kiesbett auch sehr leicht, man kann den Keimling einfach rausziehen und hat ihn mit Wurzel in der Hand. Dort wo Platz ist, steckt man einen Finger in den Kies, setzt die Jungpflanze ein und bedeckt sie mit etwas Kies, fertig. So hat man schnell, Kohlrabi, Salate, etc. dorthin verteilt wo Platz ist.

Es folgt ein Statusbericht der Pflanzen und zwei Problembeschreibungen.

 

Der grüne kräftige Eichblatt-Salat. Es dauert nicht mehr lange, dann ist er reif für die Ernte.

Eichblattsalat
Eichblattsalat

 

Die Kohlrabisetzlinge sind jetzt jetzt alt genug um umgesetzt zu werden. Ich hatte sie in dem kleinen Rechteck ausgesät und es sind mehr als genug Pflanzen geworden.

Kohlrabisetzlinge
Kohlrabisetzlinge

 

Im Großen und Ganzen sind alle Pflanzen gut angegangen und wachsen sehr gut. Aber was ist mit dem Oregano? Auch er wuchs bislang sehr gut, wird aber nun scheinbar von der Mitte aus gelb. Zu viel Wasser? Für sachdienliche Hinweise bin ich immer dankbar! Ich werde berichten, wie er sich weiter entwickelt.

Oregano gelb

Der Petersilienpflanze geht es besser denn je, ich fürchte, ich muss sie dieses Jahr noch verjüngen, denn sie ist schon riesig mittlerweile.

Petersilie
Petersilie

 

Eine von zwei Tomatenpflanzen, die beide sehr schnell wachsen.

Tomatenpflanze

Tomatenpflanze

 

Und die Radiesschen sind bereits reif für die Ernte.

Radieschenpflanzen
Radieschenpflanzen

 

Radieschen
Radieschen

Natürlich habe ich die Radiesschen für meine Statistik nicht mit Laub abgewogen, das Foto ist aber so viel schöner. Im Übrigen habe ich die Radieschen vorher nicht gewaschen, sie kommen direkt aus der Aquaponikanlage, aber alles was dort wächst ist nur nass, nicht schmutzig.

Radieschen

 

Last but not least führe ich auch dieses Jahr wieder ein paar Experiemente durch. Eines davon betrifft Orchideen in der Aquaponikanlage. Da sie doch etwas spezieller sind, aber durchaus zur Aquaponik passen könnten, habe ich eine Orchidee in die Anlage gesetzt, allerdings klassisch, also einfach dort eingepflanzt und nicht etwa mit Sprühnebelanlage o.ä. versehen. Ich bin nun gespannt, ob sie sich wohl fühlen wird.

Orchidee
Orchidee

 

Orchidee_2

 

Und schon hat sie Spinnmilben. Ich muss dieses Jahr offenbar früher Nützlinge bestellen. Im letzten Jahr habe ich zu lange gewartet, so dass die Blattläuse mehr Schaden anrichten konnten, da sie mehr Zeit hatten.

orchidee mit spinnmilben
Orchidee mit spinnmilben

10 Gedanken zu „17.05.2012 – Fische dürfen raus und erste Ernte

  1. Hallo Stephan,

    wegen der gelben Blätter…
    Ich bin grad am Botanik büffeln und da ist mir aufgefallen, dass mein Prof hierzu gesagt hat:
    „Gelben Blättern sind fast immer auf Eisenmangel
    zurückzuführen.“

    Ich hoffe das hilft dir weiter.

    Lass es wachsen!

    Gruß aus Franken

    1. Hallo Brechti,
      vielen Dank für den Hinweis bzw. die interessante Spur.
      Mittlerweile sieht er wieder ein bisschen anders aus, ich werde am Wochenende mal Fotos machen.

      Vielen Dank!
      Stephan

  2. Achso, das kann sogar sein. Ich habe auch wieder Fotos gemacht, aber sind noch nicht auf meinem Rechner. Gehört das Gelb wirklich ins Konzept der Pflanze? Ansonsten scheint es ihr gut zu gehen. Fotos kommen…

  3. Zu den gelben Blättern am Oregano kann ich noch hinzufügen, dass sich diese gelbe Färbung einmal durch die ganze Pflanze gezogen hat, wobei sie ihr Wachstum ab da um ein Vielfaches verstärkte. Zumindest wächst sie mir ein wenig über den Kopf mittlerweile, wobei ich hierzu in meinem nächsten Artikel bestimmt noch Fotos liefere…

    1. hallo!

      ich will ja nicht unverschämt sein, aber …
      Wo bleiben die Updates??
      Ich warte schon gespannt…

      sollte es die berufliche oder private situation nicht zulassen, ist es natürlich selbstverständlich, dass dies vorgeht!

      und noch eine kleine frage:
      die nitrifikation findet in deinem system in den growbeeds statt, richtig? und funktioniert auch, oder?
      weil ich gerade auf der homepage der igb-berlin in denen ihrem versuchs-gewächshaus-video gesehen habe, dass die die nitrifikation in einem biofilter – vergleiche kläranlage durchführen…
      http://www.igb-berlin.de/astafpro.html
      was machst du eigentlich mit dem schlamm in den fischbecken? wie oft muss man diesen wechseln?

      fragen über fragen…
      entschuldige meine neugierde

      gruß aus franken

      1. Hallo Brechi,
        doch du hast vollkommen recht, die Updates kommen auch. Ich würde sagen, es ist eher die Ruhe vor dem Sturm 😉

        Zur Nitrifikation/Denitrifikation, genau, die findet in den Biofilmen auf der Oberfläche des Kieses statt. In der Anlage der IGB gibt es aber keinen Kies, dort sind die Pflanzen in NFT-Rinnen untergebracht und die Biofilme gibt es stattdessen im Biofilter. Der Filter ist gefüllt mit einem Filtermedium, in dem Fall ein Stubstrat mit Hel-X-ähnlicher Struktur.

        Was Schlamm anbetrifft, so hatte ich im Frühjahr meine Growbeds auf Schlamm hin untersucht, aber es gab kaum welchen. Stattdessen habe ich aber Tau- bzw. Regenwürmer gefunden und das war dann auch der Grund warum ich nichts gefunden habe. Die bauen nämlich die Reste sehr schön ab und so hatte ich keinen Schlamm, selbst unten am Boden. Habe übrigens auch schon mit Leuten gesprochen, deren Anlagen länger laufen, teilweise bis zu 4 Jahren, aber sie mussten auch nicht groß sauber machen, weil sich kaum Schlamm angesammelt hat.

        Okay, demnächst gibts auch mehr Updates.
        Viele Grüße, Stephan

        1. Hallo Stephan,

          hab mir schon gedacht, dass Nitri/Deni
          im „Kies“ stattfindet. Aber die Bakterien haben natürlich im Kies nicht ideale Bedingungen, zb ist die Oberfläche eines Kieselsteines doch recht gering…
          Könnte man evlt noch irgendwie verbessern.
          Oh man, ich brauch wirklich auch einen eigenen Garten um des alles mal ausprobieren zu können.
          Momentan beweisen wir mal, dass wir ein
          normales Gartenbeet bewirtschaften können, mit Fisch ist es dann natürlich die Krönung!

          Hast du eigentlich schonmal ausgerechnet, wie viel Strom du im Jahr für die Anlage verbrauchst?

          Wie überleben denn die Regenwürmer im Winter? Was fressen die da? Echt interessant!

          Danke, dass du mich/uns an deinem Wissen teilhaben lässt!

          brechti

          1. Hallo Brechti,

            warum meinst du, die Bedingungen für Bakterien sind im Kies nicht optimal? Gut, es gibt Substrat, dass eine größere Oberfläche hat, wie z.B. Hel-X oder ähnliches Kunststoffsubstrat. Von Blähton habe ich übrrigens erfahren, dass dessen Oberfläche gar nicht so groß ist wie immer behauptet. Ich dachte selbst früher immer, dass die Bakterien sich auch im inneren anlagern können, aber mittlerweile weiss ich, dass der Hydroton gar nicht so viel besser ist als der Kies, weil die poröse innenliegende Oberfläche kaum von den Bakterien genutzt wird.

            Ja klar, ein Garten wäre schon gut, wobei man kann auch Aquaponik auf dem Balkon betreiben. Stromverbrauch habe ich noch nicht berechnet, leider nein. Sollte ich mal machen, aber dann wenn ich eine besser isoliertes Gewächshaus habe. 😉

            Was die Regenwürmer anbetrifft, so ist es im Winter nicht viel anders als im Boden. Sie kriechen dahin wo es noch halbwegs warm ist, wobei ich gedacht habe, die Growbeds wären durchgefroren. Waren sie aber anscheinend nicht. Im Gewächshaus scheint es im Winter immer noch ein bisschen wärmer zu sein als draußen.

            Aber gerne doch, wenn du Fragen hast, immer melden! LG Stephan

  4. Mit Kompostierung im Haus kann man einiges an Wärme erzeugen (besonders bei Sauerstoffzugabe), was evt. eine Überwinterung zulassen könnte.

    1. Genau! Wenn man es schafft den Kompostierungsvorgang zu steuern, was sicherlich nicht einfach ist, lässt sich damit bei ausreichender Isolierung eventuell die gesamte notwendige Wärme selbst erzeugen.
      Danke für diesen Kommentar!
      Stephan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.